Erreichbarkeit auf allen Kanälen – rund um die Uhr!

Ständig bimmelt, rappelt und vibriert mein mobiles Tragtelefon: E-Mail, Facebook, Twitter, Google+, WhatsApp, Skype, SMS und Anrufe – alle Lampen leuchten, die Benachrichtigungszeile füllt sich von ganz allein mit kleinen Symbolen. Eine Erreichbarkeit auf allen Kanälen – für viele praktisch – aber für mich problematisch.

Ende Juli 2010 stand ich vor der Entscheidung, unter welchem Namen ich die Geocaching-Community unterstützen möchte: nimmst Du den Spieleraccount oder nimmst Du einen anderen Namen? Ich habe mich für einen anderen Namen entscheiden, aus dem einfachen Grund, dass ich gerne verschiedene Aufgaben voneinander trenne. Ich trenne meine privaten E-Mails von Geocaching-E-Mails und E-Mails aus anderen Hobbys durch getrennte Postfächer. Das habe ich schon immer so gemacht.

Das klappte auch anfangs ganz gut. Wer etwas von StoerteBreker wollte, schrieb eine E-Mail und diese wurden chronologisch abgearbeitet. Das ist eine gute Hilfestellung, denn das E-Mail-Postfach wird zur Aufgabenliste, die ich abarbeiten kann.

Ich habe mich auch dafür entschieden, von vornherein offen zu agieren. Das heißt, ich mache kein Geheimnis daraus, wer hinter StoerteBreker steckt. Das war mir von vornherein wichtig, denn so konnte ich mir sicher sein, dass ich mir immer Mühe beim Reviewen gebe, denn ich habe ja ggf. einen (guten) Ruf zu verlieren (ich stehe dazu, was ich mache!) und andererseits finde ich es nur fair, wenn mein gegenüber auch weiß, mit wem er es zu tun. Das erwarte ich im Übrigen auch!

(Achtung: damit möchte ich aber nicht unterstellen, dass Reviewerkollegen, die anonym arbeiten, dies nicht tun oder sich nicht bemühen! Es war mein persönliches Anliegen.)

Doch diese Offenheit bringt Probleme mit sich, denn nun bin ich ja auch privat in sozialen Netzwerken unterwegs. Und so werde ich – unter meinem Realnamen -, durch die verbundenen Geocacher zu Geocaching-Fragen kontaktiert. Egal, ob Facebook-Nachrichten, Chats, Direktnachrichten, Anrufe und SMS – zu jeder Tag- und Nachtzeit gehen Anfragen ein: „Kannst Du vielleicht mal eben …“ oder „ich sehe Du bist gerade online“ oder „Darf ich Dich mal kurz stören?“.

Und das kommt natürlich auch vor, wenn ich bei der Arbeit bin, auf dem Klo sitze, mit den Piratenkindern etwas unternehme oder die traute Zweisamkeit mit der Piratenbraut genieße. Das Konzept der bewährten Aufgabenliste (s.o.) geht nicht mehr auf.

Alarm auf allen Kanälen

Alarm auf allen Kanälen

Sicher, ich könnte diese Benachrichtigungen auf dem mobilen Tragtelefon erst einmal ignorieren („wegwischen“) und später bearbeiten. Aber wie soll das funktionieren? Soll ich – wenn ich mich meiner Aufgabenliste im E-Mail-Postfach widme, auch die sozialen Netzwerke nach Nachrichten und Benachrichtigungen absuchen?

Sorry, aber das funktioniert nicht. Das macht viel Arbeit und andererseits kann ich nie sicherstellen, dass ich eine Anfrage vergesse. Frust wäre da auf beiden Seiten vorprogrammiert!

Was ist die Konsequenz? Der Rückzug aus den sozialen Netzwerken?
Eigentlich nicht, denn auf der einen Seite kommuniziere ich durchaus gerne als Reviewer mit Euch und damit erreiche ich eine größere Gemeinde als per E-Mail, mit dem diesem Blog und der persönlichen Ansprache.

Schlußendlich sehe ich nur eine Lösung: auch wenn die sozialen Netzwerke und Internet-Dienste vielerlei tolle Kommunikationsmöglichkeiten bieten; bitte nutzt nur den Weg der E-Mail an StoerteBreker@gmail.com. Nur da kann ich wirklich sicherstellen, dass Ihr auch eine Antwort erhaltet.

Und: bitte gönnt mir auch meine Freizeit. Ich möchte selber entscheiden, wann ich ich den Piratenhut und die Augenklappe aufsetze, um Euch zu antworten. Wenn ich im öffentlichen Nahverkehr sitze, unter Dusche bin oder ich gerade durch die schönste Stadt des Nordens schlendere, kann ich schon allein aus technischen Gründen die meisten Anfragen nicht beantworten.

Ich arbeite auch nicht mit Entlohnung für Groundspeak, habe keine Rufbereitschaft und keinen Notdienst. Dies kann allenfalls mein Arbeitgeber von mir einfordern.

Mein Schlußwort hierzu: die geschilderte Situation ist für mich übrigens ein großes Pro-Argument für die anonyme Arbeit eines Reviewers.

Und da bewundere ich auch eigengott, der Player- und Revieweraccount unter einem Hut vereint.

StoerteBreker

9 Gedanken zu „Erreichbarkeit auf allen Kanälen – rund um die Uhr!

  1. Ohje, dass es wirklich so Überhand nimmt hätte ich nie erwartet. Ich glaube, das wäre für mich auch ziemlich schnell zu viel (ich überlege ja so schon, ob ich mal ein Wochenende mein Handy ausschalten sollte).

  2. Einige scheinen leider kein Maß zu kennen, wenn es darum geht, ihr Hobby zum 24-Stunden Job zu machen und zu meinen, dann auch jederzeit Reviewer (möglichst gleich per Mehrkanalanfrage) belästigen zu können und zu ihrem Privatbetreuer zu machen. Da mangelt es offenbar an Respekt und vor allem an Distanz. Den wenigsten scheint bewusst zu sein, dass die Arbeit der Reviewer zeitraubend genug ist und jede Extrafrage auch zusätzlich Zeit kostet. Bleibt zu hoffen, dass ein paar Leser diesen Blogbeitrag zum Anlass nehmen, genauer nachzudenken, bevor sie mit ihren Fragen und Wünschen losschießen.

  3. Das Problem ist sicherlich, dass viele denken, dass er/sie die Einzige ist, welche den (pardon!) „Stoerti“, der offensichtlich 24/7 an den Knöpfen sitzt, mal kurz anschreiben.

    Wümsche Dir, dass dieser Beitrag Früchte trägt.

  4. Vermutlich kannst nur du allein die Situation ändern. Werf die unnötigen Dinge vom Handy und du wirst sehen, dass es sich gleich viel entspannter lebt. Und für deine Familie genügt die Telefonnummer.
    lg punica

  5. Zwischen „Senden“ und „Empfangen“ strikt trennen? Ist wohl leichter gesagt als getan, aber vielleicht ist es (die) eine Möglichkeit. Also das Zusenden von Anfragen, Wünschen etc. nur per Email zulassen und trotzdem über die sozialen Netzwerke senden/informieren. Dort muss ja dort nicht auch noch immer alles weiter diskutiert/kommentiert/besprochen werden. Ich zumindest kann die hier vertretenen Ansichten gut nachvollziehen und akzeptieren wenn ich im Blog mal stöbere. Es gibt zumindest meist für den Lesenden ein Sinn. Und das tue ich gerne … lesen was die Piratenpost so zu berichten hat! (Heute hab‘ ich mich dann mal verleiten lassen, auch einen Leserbrief zu schrieben).
    Nicht aufgeben – munter bleiben! Du machst das klasse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*