StoerteBreker und die Powertrail-Problematik

Es ist noch gar nicht so lange her, da ging ein Aufschrei (nicht nur) durch das schönste Land zwischen den Meeren. Was war geschehen? StoerteBreker hatte einen sogenannten Powertrail – also eine Vielzahl einzelner Geocaches – veröffentlicht. Viele fragten sich: „Warum hat er das getan? Andernorts wird von den Reviewern explizit eine Erlaubnis beim Legen von Powertrails gefordert.“ Diese Frage möchte ich nachfolgend versuchen zu beantworten.

Nun fand ich also vor kurzem – ohne jegliche Vorwarnung – über 300 traditionelle Geocaches in der Warteschlange vor – fein säuberlich durchnummeriert. Landläufig wird dies als Powertrail bezeichnet. Maßgeblich wurde die Veröffentlichung von Geocaches bei Geocaching.com sind die Guidelines in ihrer jeweils aktuellen Fassung. Dort schaute ich hinein, ich fand aber keinen Hinweis auf einen Powertrail, sondern nur einen lapidaren Satz:

Groundspeak kann weitere Caches in Gebieten beschränken, in denen die Cache-Dichte zum Thema wird.

Nun ja, sind wir mal ehrlich. Wie würde ein Owner reagieren, wenn er Dutzende von Geocaches versteckt, Dutzende von Cachelistings anlegt und diese zum Review gibt und nun kommt der Reviewer daher und sagt: „Mache doch mal einen Multi daraus!“? Zudem wird sich der Owner dabei etwas gedacht haben Dutzende von Tradi-Geocaches versteckt zu haben und nicht einen kilometerlangen Multicache. Das ist ja nicht in 5 Minuten erledigt.

Die sich anschließende Diskussion ist meist nach meiner Erfahrung langwierig und zäh.

Außerdem: wird die Cache-Dichte nicht erst durch diese neuen Caches ein Thema?

Nun gelten gemäß den Guidelines auch noch die nationalen Gesetze. Aber auch hier ist mir leider kein Gesetz, keine Verordnung bekannt, die sich mit dem Begriff „Powertrail“ beschäftigt. Also was bleibt? Zur Beurteilung bleiben mir also die Guidelines, wie bei jedem anderen Geocache auch.

Und darin steht bei den grundlegenden Richtlinien (Auszüge):

– Alle örtlichen Gesetze und dokumentierten Regelungen zur Landnutzung gelten.

 

– Du holst Dir die Erlaubnis des Grundbesitzers und/oder des Verwalters, bevor Du einen Cache auf privaten oder öffentlichen Grund versteckst.

[…]

Auch wenn Du Dir sicher bist, dass Geocaching auf bestimmten öffentlichen Flächen erlaubt ist, solltest Du Dich versichern, dass die Platzierung Deines Geocaches die Anforderungen des Grundbesitzers/Verwalters erfüllt, bevor Du den Geocache versteckst. Möglicherweise gibt es Orte, an denen das Verstecken eines Geocaches unangemessen ist, auch wenn dies nicht explizit durch lokale Gesetze verboten wird.

 

– Geocache-Verstecke beschädigen, verunstalten oder zerstören kein öffentliches oder privates Eigentum.

 

– Flora und Fauna werden bei der Ausübung von Geocaching nicht geschädigt.

 

– Geocaches werden nicht in Gebieten mit genehmigungspflichtigen oder verbotenen Zugang, sowie an anderweitig unangemessen Orten gelegt.

Nun gehe ich einmal pauschal davon aus, dass ein Owner die Guidelines gelesen und verstanden hat. Denn immerhin hat er die Guidelines so sehr verinnerlicht, dass er die Abstände peinlichst genau eingehalten hat. Er wusste also, dass die Abstände zwischen den Caches 0,1 Meile (ca. 160 Meter) betragen muss. Woher soll er das wissen, wenn er die Guidelines nicht gelesen hätte?

Außerdem hat er mir dieses Cachelisting zur Bearbeitung vorgelegt und dabei bestätigt:

Akzeptieren der Guidelines und der Nutzungsbedingungen

Akzeptieren der Guidelines und der Nutzungsbedingungen

Also muss ich davon ausgehen, dass er alle Regeln befolgt hat. Nun glaube ich auch erst einmal grundsätzlich an das Gute im Menschen und es gibt neben negativen Powertrail-Beispielen auch einige wenige Powertrail-Beispiele bei denen es keine Probleme gibt.

Doch was passiert? Es dauert gar nicht lange und der Landeigentümer meldet sich und teilt unmißverständlich mit, dass er diese Geocaches auf seinem Land nicht möchte. Hoppla – da ist ja wohl etwas schief gelaufen.

Und sofort werden Töne laut, in denen hinterfragt wird, wofür die Reviewer überhaupt da sind und warum dieser Powertrail überhaupt veröffentlicht werden konnte. Es seien doch oft Probleme bekannt.

Und da antworte ich: Das stimmt.

Und ich bin ein Papagei. Ich wiederhole es gerne wieder und zitiere dabei indirekt aus den Guidelines: der Owner ist verantwortlich für den Geocache! In 90 % der Fälle, wo ich Bedenken aufgrund eines Lost Places, einer Schule, einer Kindertagesstätte oder der Nähe zu Bahnanlagen äußere, werden diese von den Ownern ignoriert. Und damit mache ich das, was meine Aufgabe ist, denn in den Guidelines steht auch (ganz vorne, dort wo man es schnell wieder vergisst oder überliest):

Manchmal kann ein Geocache den Bedingungen für die Veröffentlichung auf der Seite entsprechen aber die Reviewer, als erfahrende Geocacher, sehen weitere Probleme die nicht direkt aus den Guidelines hervorgehen und die Dir beim Verstecken des Caches nicht aufgefallen sind. Der Reviewer kann Dich auf diese Probleme hinweisen und Vorschläge machen, die eine Veröffentlichung des Geocaches ermöglichen.

Man beachte, dass ich als Reviewer ein Ermessen („kann“) habe, den Owner darauf hinzuweisen.

Um auf den aktuellen Fall zurückzukommen: ich habe nichts persönlich gegen die Owner des Powertrails, der mit über 300 Caches zu Unmut bei den Landeigentümern geführt hat, aber dennoch bin ich ein wenig dankbar, dass es so gekommen ist.

Ansonsten hätte ich

a) keinen Grund gehabt, diesen Artikel zu schreiben

und

b) nicht wieder ein aktuelles Negativ-Beispiel gehabt, auf das man uneinsichtige Owner verweisen könnte.

Außerdem bin ich auch dankbar, dass der Landeigentümer selbst tätig wurde. (Um Euch zu zeigen, dass dieses Problem nicht von Reviewern projiziert wird!)

Insofern hoffe ich tatsächlich, dass dieses Geschehen dennoch bei einigen zu einem Umdenken führt / geführt hat. Seht die Reviewer nicht immer als Spielverderber und deren Kritik / Vorschläge nicht immer als Blödsinn oder übertrieben an.

Wir wollen Schaden von Euch und vom Spiel „Geocaching“ abwenden. Zudem liegen uns die Belange der Natur und Dritter (unbeteiligter Personen) am Herzen. Wir wollen mit unserem Spiel niemanden belästigen, sondern Spaß dabei haben.

Müssen wir Reviewer wirklich künftig immer eine Erlaubnis von Euch einfordern?

Mein Schlußwort: haltet Euch doch bitte – und das bete ich immer wieder gebetsmühlenartig herunter – an die Regeln. Davon haben wir alle etwas!

StoerteBreker

30 Gedanken zu „StoerteBreker und die Powertrail-Problematik

  1. Vielen Dank für deine Sicht auf die Dinge. 🙂
    Ich denke es sollte auch unter Reviewern bekannt sein, dass viele Owner nur die wirklich offensichtlich gegen eine Veröffentlichung sprechenden Dinge einhalten (Abstand, keine Werbung oder Links im Listing, etc.) und ansonsten dem Regelwerk keine weitere Beachtung schenken(es sei denn man kann es gegen einen störenden Cacher/Cache verwenden).
    Angesichts der Aussage, dass aufgrund langwieriger und zäher Diskussionen der Powertrail lieber genehmigt anstatt abgelehnt wird, bin ich mir nicht sicher, ob ich weinen oder lachen soll. :-/ Wenn wir wirklich schon so weit gekommen sind, brauchen wir eigentlich überhaupt keine Reviewer mehr, sondern lediglich nur noch einen semi-intelligenten Automatismus, der nur das Offensichtliche prüft und ansonsten den Cache stur nach Schema F freigibt…

    • Ahoi!

      Da interpretierst Du aber etwas hinein. Diese Diskussionen werden tagtäglich geführt, aber es ist menschlich, wenn man irgendwann müde wird.

      Und natürlich gibt es auch negative Erfahrungen nach scheinbar erfolgreichen Diskussionen.

      Jeder Cache ist ein Einzelfall, pauschalieren kann man nicht, aber Muster sind erkennbar.

  2. Hallo,

    du hast das Problem richtig angesprochen. Wenn jemand seine 20 Dosen gelegt hat, dann ist er sehr schlecht gelaunt, wenn er eine Absage bekommen hat.

    Genau hier sollte aber eine Regeländerung bei Groundspeak einsetzen. Nicht erst Dose legen und dann anmelden, sondern die Cacheanmeldung sollte in 4 Schritten erfolgen.

    1) Man meldet seine Caches an (ohne Dose legen).
    2) Reviewer gibt das OK (An dessen Arbeit ändert sich nichts)
    3) Dosen legen
    4) Caches wird vom Owner sichtbar geschaltet.

    Mit ein paar Randbedingungen wie: zwischen Schritt 2 und 4 dürfen nur 2 Wochen vergehen, ansonsten werden die reservierten Plätze wieder frei gegeben.

    Gruß
    Thomas

  3. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Zum einen begrüße ich es wenn Reviewer einen Ermessensspielraum haben und sich nicht strikt an die vorgegebenen Guidelines halten. Andererseits erklären viele Reviewer bei jeder Gelegenheit, dass man das Spiel schützen muss und auch auf Belange der Umwelt (Natur, Mensch) achten sollte. Aus meiner Sicht kann ein PT dann aufgrund der Cachedichte, nur mit Genehmigung des Grundstückeigentümers freigeschaltet werden. Alles andere ist Augenwischerei und nicht Konsequent. Wir Geocacher sind leider so verbohrt und punktsüchtig, dass wir uns nicht selber regulieren/limitieren können. Aus dem Grund ist es wohl besser ein Reviewer reguliert hier, als dass dies eine Behörde tut, denn aus Erfahrungen weiß man, dass es dann eine größere Anzahl von Caches trifft als den Auslöser.

    • Das sehen aber diejenigen, die die Reviewer für unnötig halten und viele Owner aber genau anders.

      Also was ist der richtige Weg?

      Meine Erfahrung deckt sich somit mit Deiner Meinung, aber es sehen eben nicht alle so.

      • Grundsätzlich ist es ja erstmal so, dass gute Reviewerarbeit selten gewürdigt, Fehler jedoch bis zur Erschöpfung breitgetreten werden. Ich glaube allerdings bei der PT-Thematik gibt es nur eine richtige Entscheidung: Eine große Anzahl von Geocaches auf kleinem Raum, bringt immer Probleme mit sich. Die gilt es im Vorfeld zu vermeiden.

        • Ahoi!

          Ich sehe das genauso. Nun ist meine Hoffnung, dass sich einige Cacheowner aufgrund dieses Artikels (ja, bin so naiv!) die Sache evtl. dreimal überlegen bzw. noch einmal eine Nacht darüber schlafen, BEVOR sie aktiv werden.

  4. Grundsätzlich sehe ich in einem PT nichts schädliches, es kommt immer drauf an was man draus macht.

    Sollten hier irgendwelche Regularien eingeführt werden, werde es irgendwelche „Spezialisten“ schaffen diese zu umgehen. Mit mehr oder weniger, ja schon fast krimineller Energie. Sicherlich finde ich es besser, das die Regulierung durch die Reviewer stattfindet. Nur Erfahrungsgemäß gibt es nur dann Sinnesänderungen, wenns im Geldbeutel einschlägt.

    Denke nicht, das sich die Frage stellt, ob wir Reviewer brauchen oder nicht. Wir sehen jeden Tag, das diese nicht nur das freischalten der Caches, sondern auch für die Pflege, notwendig sind.

    • Ahoi!

      Du hast es erfasst. Ich sehe das genauso. Ich wüsste nicht, wie man einen Powertrail und die daraus notwendigen Regularien formulieren sollte, damit man den Schutzzweck erzielt.

      Offene Fragen sind z.B. für mich:

      – Was ist ein Powertrail?
      – Ist ein Powertrail nur ein Powertrail, weil er durchnummeriert ist?
      – Ist ein Powertrail nur ein Powertrail, weil er von einem Owner ist?
      – Ist es noch ein Powertrail, wenn die Caches wohl dosiert (ein, zwei, fünf Caches pro Tag) veröffentlicht werden, aber in der Summe trotzdem auf mehrere Hundert Caches kommen?

      Ich denke, das bringt uns nicht weiter. Insofern bleibt nur, die Erfahrungen heranzuziehen, die andere Owner bereits mit Powertrails gemacht haben.

      Und: die Owner, die Powertrails legen wollen, sollten sich vorher genau überlegen, ob sie die Verantwortung übernehmen wollen!

  5. 300 PETlinge an einem Stück, das muss wirklich nicht sein. Das sind ca. 4800 m ewiger Buckerei! Was ist denn so reizvoll daran? Die Punkte? Wie weit oder wie tief sind wir denn gesunken?
    Anderseits gesehen könnte man die PT als virtuelle Punkte anlegen, wo der Suchende nur ein Bild, von z.B. einem Baum hochladen sollte, um sein Dasein zu bestätigen. Bei grossen Bäumen könnte man sogar zwei Punkte vergeben. 😉
    Ich kenne die Ehrentafel und die Schäden, die die Natur erleiden musste, die Cacheautobahnen.
    Ich verstehe Geocaching etwas anders und mit der Natur! Sie kann viel verkraften aber eben nicht alles!
    Beste Grüße!
    Waldemar alias Webstreicher

  6. Ohne Reviewer geht nichts. Und ich zieh meinen Hut bei den Konflikten die ihr jeden Tag so schlichten müsst. Es gibt einige Wege, die Arbeit für Euch Reviewer deutlich zu reduzieren und vielleicht auch für mehr Qualität und Diversität zu sorgen. Dafür müsste man bei Groundspeak die Regeln ein wenig ändern. Hier ein paar Anregungen:

    – Jeder der einen Cache legen möchte, muss selbst schon Erfahrung gesammelt haben – z.B. 100 Dosen und davon mindestens 5 Multi und 5 Mysteries und ein Event (nicht, dass er einen PT macht und meint er hat Erfahrung mit Geocaching). Durch diese kleine Einschränkung würde sich der Wartungsaufwand für Caches deutlich verringern – denn nur wer dabeibleibt kann auch Dosen legen. Damit fallen die mit 2 Founds und 10 gelegten Dosen weg… Bzw. die Dosen, wenigstens.

    – Favoritenpunkte – der Grund für den Run auf tolle Caches – weg damit! Das macht mehr kaputt als es der Sache nützt. Wenn jemand für kurze Zeit irgendwo ist, dann schaut er nur nach den Caches mit den FP und damit wird´s mehr als an diesen Stellen zu ertragen ist. Klar macht das meine Suche komplizierter… Man mag mit Anerkennung für die Owner argumentieren – stimmt auch – aber hey, ein schöner Logeintrag ist doch auch eine Anerkennung für einen tollen Cache.

    Und Powertrails – jeder soll selbst entscheiden ob er sie mag oder nicht. Man kann sie auch ignorieren. Aber die Versuchung scheint groß zu sein wenn man meint sich mit anderen messen zu müssen. Und es gibt sogar die Sorte von Cachern, die im Vorbeifahren in der App loggen und so niemals den Cache gesucht haben. Fällt solange nicht auf, bis sie gemuggelte Dosen finden. Gibt da solche Spezies…
    Jedem seins, sag ich nur. Aber es zeugt davon, wie tief „es“ gesunken ist, leider.

    LG, nixmotorix

  7. Vielen Dank für den Einblick in die stets interessante Sichtweise des Piraten!

    Ich vermisse in dieser Thematik immer und immer wieder den folgenden Satz:

    „Denke darüber nach, warum Du Leute an einen Ort führst, wenn Du einen Geocache versteckst. Wenn der Geocache der einzige Grund ist, finde einen besseren Ort.“
    (Quelle: Guidelines/gc-reviewer.de)

    Das ist nicht nur irgend ein Teil, sondern sage und schreibe DIE EINLEITUNG der offiziellen Guidelines.

    Warum wird gerade dieser Satz so unglaublich häufig ignoriert?

    Meiner Interpretation dieses Satzes nach ist das ganze Powertrail-Problem hinfällig und abgehakt.
    Oder habe ich einen Knick in der Gehirnwindung? 😉

    Liebe Grüße aus Flensburg
    Mc Kay

    • Bei der Masse an Geocachern und Geocaches sind doch die „schönsten“ und sehenswerten Orte längst bedost. Somit bleibt doch nur noch, die belanglosen Ecken mit Geocaches zu versehen.

      Im Sinne von „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“ ist manchmal also auch ein nicht gelegter Cache besser als ein schlecht gelegter Cache. 😉

  8. Moin Kai,

    ich bewundere ja immer wieder Deine Ausdauer, bestehende Probleme mit der Gemeinde zu kommunizieren und irgendwie einen Lösungsprozess anzustoßen. Aber nach dem Lesen Deines Artikels bleibt bei mir in erster Linie ein großes Fragezeichen zurück. Was hat dieses Statement nun für Folgen? Wenn Du morgen in der Warteschlange den „Dithmarschen-Trail #1 bis #300“ vorfinden würdest, was würde sich ändern? Nach dem, was ich aus Deinem Text herausgelesen hab, würde sich gar nichts ändern, außer dass Du ggf. auf das neue Negativbeispiel mit dem Ratzetown hinweisen würdest. Die Problematik mit dem verärgerten Owner bei Ablehnung wäre die gleiche wie beim Ratzetown. Hier fehlt mir irgendwie ein klares Statement, wie Du solche Trails als Reviewer in Zukunft behandeln willst.

    Als zweites möchte ich das Zitat aus der Einleitung der Guidelines mal aufgreifen. Dort steht:

    „Der Reviewer kann Dich auf diese Probleme hinweisen und Vorschläge machen, die eine Veröffentlichung des Geocaches ermöglichen.“

    Wenn Du Dir die Worte mal ganz genau auf der Zunge zergehen lässt (und das englische Original sagt da nichts anderes), dann gibt Dir dieser Passus nicht nur einen Ermessensspielraum in den Korrekturvorschlägen, sondern er gibt Dir auch explizit das Recht, einem Cache aufgrund eigener Bedenken die Veröffentlichung zu verweigern. Ansonsten bräuchte dort nicht der Hinweis stehen „… die eine Veröffentlichung des Geocaches ermöglichen“. Vielleicht solltest Du von diesem Ermessen hin und wieder etwas mehr Gebrauch machen.

    Viele Grüße
    Gerald

    • Ahoi Gerald!

      Ich habe dieses Thema aus Reviewer-Sicht absichtlich nicht abschließend bewertet.

      Ja, in erster Linie hoffe ich darauf, dass die Owner einsichtig sind und würde auf diesen Artikel verweisen. Aber die Problematik habe ich beschrieben; sobald die Caches in der Warteschlange liegen, ist es zu spät (siehe oben).

      Ganz ehrlich? Ich weiß noch nicht, wie ich künftig damit umgehe. Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, dass wir künftig bei Powertrails oder Geocaches in enger räumlicher Anordnung nach unserem Ermessen auf eine Erlaubnis des Landeigentümers bestehen müssen (diese Regelung wird u.a. in NRW bereits seit einigen Monaten so umgesetzt).

      Den von Dir zitierten Satz interpretiere ich übrigens interessanterweise anders. Ich lese daraus, das ich meine gesamte Erfahrung als Spieler und Reviewer einbringe, damit auch ein Cache, der „Probleme“ hat, veröffentlicht werden kann.

      Von meinem Ermessen mache ich tagtäglich Gebrauch. Nur leider kommt man bei unserer deutschen Mentalität mit Empfehlungen, Bedenken und Hinweisen nicht weiter.

      Man erntet als Reviewer dann nämlich schnell eine Antwort, die dann lautet „wo steht das?“ oder „In den Guidelines ist es nicht erwähnt, also ist es erlaubt.“ oder es wird einem mal wieder direkt das Totschlagsargument der Willkür entgegengebracht.

      So ähnlich verhält es sich bei Caches bei Naturschutzgebieten, bei denen sogar trotz Vorliegens einer Verordnung(!) wenig Einsicht entgegengebracht wird, wenn man fordert, dass die Caches am Weg liegen.

      Die Uneinsichtigkeit vieler Cacheowner führt beim Reviewer-Alltag zu Frustration. Sobald man dies aber auch öffentlich erwähnt, erntet man auch hier die Antwort: „Du musst es ja nicht machen, dass hast Du Dir ja so ausgesucht …“ :-/

  9. Die Arbeit eines Reviewers ist sicher nicht eine Arbeit auf Wolke sieben oder Ferien auf dem Ponnyhof. In Anbetracht der Überweidung und Endlichkeit unseres Raumes wird sich das aber sicher nicht von alleine bessern. Deine Öffentlichkeitsarbeit trägt sicher dazu bei. Aber reicht das? Ich denke nein.

    Diese Berichte kennen wir seit 5 Jahren. Früher war es nur eine Diskussion um: (1) „Hat das was mit Geocaching zu tun?“ Nun brennt mehr die Frage: (2) „Wie lange halten die Muggle das noch aus?“

    Den Kampf um eine Antwort auf beide Fragen sollte aber nicht auf dem Rücken der Reviewer ausgetragen werden. Hier sollte das System, die Seite von Groundspeak, das regeln. Einen Änderungsvorschlag habe ich ja hier schon gebracht.

    1) Freigabe vor Legen!
    So kann viel ruhiger über die erste Frage nach gedacht werden. Der Cache ist noch in der Planungsphase. Die eine aufwendige Dose ist noch nicht gebastelt, die vielen Döschen noch nicht gelegt. In dieser Phase folgt der Owner den Ratschlägen eines Reviewers viel eher.

    2) Jeder Owner nur ein Cache pro Woche!
    und nicht in Anspruch genommene verfallen. Die Menge der Caches muss durch das System verhindert werden. Wenn einer einen Powertrail anlegen möchte, dann muss er halt Gleichgesinnte finden.

    Klar beide neue Regeln kann man unterwandern. Die Reviewer wurden bisher hinter das Licht geführt und das werden weiter hin welche versuchen. Das Anlegen von 100 Sockenaccounts kann man sehr erschweren, sodass es zu viel Aufwand wird.

    Das Geocaching muss entschleunigt werden. Die Diskussion im Freigabeprozess sollten reduziert werden.

  10. Moin Kai,
    immerzu lese ich, dass sich die Owner an die Regeln halten sollen. Meinst du die Teile der Guidelines, die dir selbst als wichtig erscheinen? Ja gut, dann verstehe ich dich.
    Ich kenne da aber auch noch eine Guideline – oder sagen wir etwas schärfer – eine Präambel von Groundsspeak, und da heisst es „location, location, location!“.
    In wieweit sich das bei willkürlich gesetzten Wegpunkten erfüllt, die zufällig im 1/10 Meilentakt in die Landschaft gebrandet werden, erschliesst sich mir nicht im Geringsten.
    Wenn es der gesamte Weg bzw. die Wegführung waäre, nennt man das Multi, insofern präambel konform. Der einzelne Tradi einer Serie erfüllt nicht die Guidelines, sondern nur die Statistikkonten der Suchenenden und der Manager in Seattle. Schade!

    • Es tut mir leid, aber ich verstehe Deinen Kommentar nicht so wirklich.

      Was möchtest Du damit sagen?

      Mir sind sowohl die Geschäftskonten als auch die Statistikkonten in Seattle egal. Mir ist wichtig, dass das Spiel ohne Ärger vonstatten geht (solange es noch geht).

      • Das mit den Managern in Seattle war nur wirklich nebensächlich, wollte damit nur sagen, dass es für Groundspeak natürlich wichtig ist wieviele Dosen aktiv sind, dass bald die drei Millionen geknackt sind, und ebenso auch die Fundzahlen steigen müssen, um den Laden am Laufen zu halten.
        Das wesentliche steht aber in den ersten Absätzen meines Kommentars, vielleicht beschränken wir uns mal darauf.

  11. Nein, ich meine die gesamten Guidelines. Aber natürlich gibt es Bereiche, die man etwas lockerer handhaben kann.

    In einigen Bereichen gibt es ja tatsächlich ein Ermessen – und das ist auch gut so.

    • OK, und nun verrate mir mal, in wieweit der einzelne Tradi eines Powertrails etwas mit einer zeigenswerten Location zu tun hat, wie es Groundspeak postuliert.

      • Ich kann diese Forderung aus den Guidelines nicht erkennen. Dort finde ich allenfalls ein Zitat, aus den man schließen könnte, dass dies gewünscht ist. 😉

  12. Wieso wurde eigentlich der Nachfolgertrail vom „Ratzetown“, dieses „Kleine Dankeschön“ freigeschalted? Ich dachte die Gemeinde hätte sich klar ausgedrückt das sie diese Dosenflut nicht wünschen.

  13. Pingback: Reviewer als Dialogbremse | Geocaching, oder die Suche nach der Tupperdose

  14. Hallo Kai,

    ich habe großen Respekt vor deiner Arbeit, auch (oder gerade) weil es ein undankbarer Job ist.
    Als Neuling hatte ich schnell den Wunsch, ebenfalls einen Cache auszulegen. Mein erster Versuch ging daneben, durch die unmittelbare Nähe zu einem anderen Cache. Du hattest mich darauf hingewiesen, wofür ich dir dankbar bin. Also habe ich den ursprünglichen Cache lieber gelöscht und mir einen neuen Platz gesucht. Wenn ich mir als Suchender vorstelle, an einem Ort von mehreren Caches möglicherweise durcheinander gebracht zu werden, würde mich das schon sehr stören. Insofern war deine Anregung sehr gut.
    Deine Arbeit ist sehr wichtig und sollte in einem stärkerem Maß respektiert werden.
    Neben meinem neuen Hobby Geocaching betreibe ich ein recht großes Forum für Besitzer alter Wohnmobile, da ich selbst mit so einer Bude durch die Lande fahre. Diese beiden Hobbys lassen sich übrigens bestens miteinander verknüpfen.
    Als Betreiber und Admin bin ich einen neuen Weg gegangen, was die Aufgabengebiete meiner Moderatoren angeht. So habe ich meinen Moderatoren sehr umfassende Rechte eingeräumt, die weit über das normale Maß welches in anderen Foren vorherrscht, hinausgehen. Die Moderatoren stehen, von deren Möglichkeiten her betrachtet, nur unwesentlich unter meinem Status. Dies ist auch den rund 2.000 Mitgliedern bekannt und so werden die Moderatoren im Forum sehr respektiert.
    Wenn ich eins gelernt habe (es ist bereits mein zweites Forum), dann ist es die Tatsache, dass man mit freundlichen Worten und demokratischen Ansätzen nur begrenzt weit kommt. Fangen Mitglieder an, sehr über die Stränge zu schlagen, muss ein Moderator drastisch durchgreifen können und dürfen. Im Fall meines Forums kann ein Moderator eigenverantwortlich Mitglieder sperren. Und so würde ich deinen Job auch gern sehen.
    Es genügt meines Erachtens nicht, dass du nur Verbesserungsvorschäge machen darfst. Es wäre sinnvoller, echte Querulanten auch mal sperren, bzw zumindest zeitweilig den Zugang zur Seite untersagen zu können. Zumindest deren Caches solltest du löschen können. Nur so könntest du wirklich eine sinnvolle Struktur reinbringen, allein schon um unsinnige Caches zu vermeiden. Es kann doch nicht sein, dass du schon fast als Bittsteller auftreten musst, ohne weitergehende Rechte.
    In meinem ersten Forum hatte ich, naiv wie ich zu dem Zeitpunkt noch war, versucht ein demokratisches Prinzip durchzubringen. Vergiß es, es gab nach kurzer Zeit praktisch ein Hauen und Stechen. Im aktuellen Forum fühlen sich die Mitglieder rundum wohl und freuen sich über die lockere Atmosphäre, obwohl es eine klar strukturierte Hierarchie gibt. Offenbar geht es im Internet nicht anders, wenn alle Nutzer einer Plattform davon profitieren sollen.

    Gruß Sönke (Frigo123, ein absoluter Geocaching-Anfänger)

  15. Ab wann ist man denn ein Querulant? Ist die vehement vertretene, abweichende Meinung damit gemeint? Wer soll denn entscheiden ob man deswegen gesperrt wird oder die Caches gelöscht werden? Ich bin ja froh das ich kein Wohnmobil habe oder auf dieses Forum angewiesen bin. Ich sage nämlich gerne meine Meinung.

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