Wenn es mal wieder etwas länger dauert: unterstütze uns!

Mein Postfach, die Geocaching-Foren und auch die Twitter-Timeline sind voll davon: Nachfragen zum Reviewstatus des eigenes Caches oder auch ein allgemeines Klagen über die Wartezeit bis zur Freischaltung.

Natürlich würde der Einsatz von neuen Kolleginnen und Kollegen zwangsläufig eine Verbesserung der Situation ergeben, aber das Problem wäre immer noch nicht an der Wurzel gepackt. Denn: die Wartezeit vom Einreichen des Caches bis zur Veröffentlichung ergibt sich daraus, wie fehlerfrei und sorgfältig ein Cachelisting erstellt wurde. Und dabei ist es unerheblich, ob es sich um den Einreichenden um einen sogenannten „Anfänger, Newbie oder U-Hu“ handelt oder um einen langjährigen Geocacher mit mehreren Tausenden Funden „auf der Uhr“.

Es stimmt, wir sind in einigen Bereichen – insbesondere in Niedersachsen – derzeit personell nicht gut besetzt. Nach dem Ausscheiden von fortwo und Auge muss diese Lücke erst einmal geschlossen werden. Daran arbeiten wir. Reviewer(innen) wachsen aber nicht auf Bäumen oder in der hohlen Hand, daher bedarf es etwas Zeit, bis wir neue Kolleginnen bzw. Kollegen begrüßen dürfen.

Jetzt hören wir immer wieder die Argumente: wenn Groundspeak eine Abstandsprüfung bereits beim Erstellen des Cachelistings einführen würde, wäre das Problem gelöst. Jein, denn das ist zu kurz gedacht. Für den Norden der Republik stelle ich nämlich immer wieder fest, dass nicht die Abstandskonflikte die meiste Arbeit bereiten (und zu Verzögerung führen), sondern Flüchtigkeitsfehler!

Insofern mag sich bitte jeder, der sich einen schnelleren Reviewvorgang wünscht, sein Cachelisting vor dem Abschicken in die Warteschlange genauestens ansehen. Für eine kleine Erleichterung, schreibe ich hier noch einmal die wichtigsten Punkte nieder, die am häufigsten (von mir) beanstandet werden (letztendlich könnte man auch diese Checkliste dafür heranziehen!).

zusätzliche Wegpunkte
Etliche Arten von Geocaches benötigen zusätzliche Wegpunkte. Neben dem Final sind dies z.B. Zwischenstationen. Oft werden diese vergessen oder der falsche Typ angegeben. Und die richtige Angabe des Wegpunkttypes kann sich lohnen, da ja für Ablesestationen („Question to answer“) keine Abstandsregel gilt. Oftmals ist aus dem Listing nicht ersichtlich, um welchen Wegpunkttyp es sich handelt und man kommuniziert tagelang mit dem Owner, um dann festzustellen, dass es sich um eine waschechte Ablesestation handelt und es sich gar nicht um einen Abstandskonflikt handelt und der Cache wird freigegeben!
Ich möchte aber auch davor warnen, hier zu schummeln und Wegpunkte absichtlich falsch zu deklarieren!

Cachegröße
Viele Owner verzichten gerne oder gar prinzipiell auf die Angabe der Größe. Die häufigste Begründung ist „ich möchte es nicht zu einfach machen“. Wenn die Größe tatsächlich das ausschlaggebende Kriterium für die Schwierigkeit ist, dann sollte lieber die Tarnung überarbeitet werden. 😉
Die Größenangabe soll erkennbar machen, ob und welche Trackables dort abgelegt werden können. Somit zählt für die Größenangabe auch der Behälter, in dem sich die Trackables (und oft auch das Logbuch) befinden. Und Nanos werden bitte, solange Groundspeak diese Größenangabe nicht anbietet, als „Micro“ gelistet.

Entfernung Heimat-Koordinaten – Cache
Für viele Owner ist es selbstverständlich, dass der Abstand zwischen den Heimatkoordinaten und dem Cache etliche Kilometer beträgt. Zum Beispiel, weil er ein Ferienhaus besitzt, als Handelsvertreter die halbe Bundesrepublik bereist, Pendler ist oder einfach nur jedes Wochenende seine Oma besucht. Aber woher sollen wir das wissen? Beschleunige den Review, in dem Du eine Reviewer Note schreibst, warum die Entfernung so groß ist. Aber bitte in jedem Cache und nicht nur in dem Ersten!

Legst Du einen Cache und hast keine Beziehung zum Versteckort, gebe bitte einen Paten an (den Du auch vorher um Einwilligung gebeten hast) oder reiche das Cachelisting gar nicht erst ein. Geocaches, bei denen die Wartung nicht sichergestellt ist, werden nicht freigeschaltet bzw. landen fix im Archiv.

Abstandskonflikte zwischen Traditional Caches
Bei diesem Konflikt ertönt bei mir immer ein „GRUNZ!“, denn ist es ein typisches Beispiel für Unachtsamkeit bzw. schlechte Vorbereitung. Abstandskonflikte zwischen Tradis sollten für jeden, der einen GPS-fähiges Endgerät besitzt, erkennbar sein. (Ein solches Gerät kann Entfernung berechnen und anzeigen!) Im Zweifel ist hier beschrieben, wie man einen solchen Abstandskonflikt noch VOR dem Einreichen des Cachelistings erkennt.

Caches im Naturschutzgebiet
Für Geocaches, die in einem Naturschutzgebiet versteckt werden, gelten besondere Regelungen! Diese werden nicht von uns festgelegt, sondern werden für jedes Naturschutzgebiet in einer eigenen Verordnung geregelt. Auf den Seiten des Bundesamtes für Naturschutz findest Du eine Karte, wo Du die Naturschutzgebiete anzeigen lassen kannst, die dazugehörige Verordnung findest Du meist rasch, in dem Du den Namen des Naturschutzgebietes und den Begriff „Verordnung“ im Internet suchst. Und wenn ein Geocache nicht abseits des Weges versteckt werden darf, dann ist es so und kann auch von uns nicht geändert werden. Meist handelt es sich bei Zuwiderhandlung um eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet werden kann!

Wir empfehlen daher bzw. erwarten es eigentlich, dass sich die Owner vor dem Einreichen des Cachelistings über die Regelungen des Naturschutzgebietes informieren, im Cachelisting darauf verweisen, dass dieser Geocache im Naturschutzgebiet liegt und die Wege nicht verlassen werden dürfen. Das ist aber eine Minimalvoraussetzung! Weitere Einschränkungen sind möglich und ergeben sich aus der jeweiligen Verordnung.

Bitte bei E-Mails immer GC-Code und Namen angeben.

Bitte bei E-Mails immer GC-Code und Namen angeben.

Und was noch?
Wenn Du uns eine E-Mail schreibst, gebe bitte immer den dazugehörigen GC-Code oder einen Link zum Listing an.

Teile mir Deine E-Mail-Adresse mit!

Teile mir Deine E-Mail-Adresse mit!

Wenn Du das Kontaktformular bei Geocaching.com verwendest, übermittle bitte auch Deine E-Mailadresse (wie sollen wir sonst antworten???). Jede unnötige E-Mail, die wir aufgrund einer Nachfrage schreiben müssen, führt zu Verzögerungen.

 

Und am Ende die Frage: warum erwartest Du eigentlich, dass der Cache schnell veröffentlicht wird?

Ist der Cache gut versteckt, sollte er vorher nicht gemuggelt werden.
Zuvorkommen kann Dir auch keiner mehr, denn sobald das Listing angelegt wurde, ist es für uns sichtbar.

Warum also die Eile? (Glaube mir: die Freude ist viel größer, wenn der Cache ganz überraschend freigeschaltet wird und nicht 3 Minuten nach dem Einreichen! 😉

Wenn alle diese wenigen Regeln beachten würden, wären wir alle glücklicher. Wir Reviewer drücken nämlich lieber den grünen Knopf und erfreuen uns an der immer kürzer werdenden Warteschlange und der Owner ist auch glücklich, wenn er sich bald über (hoffentlich positive) Rückmeldungen zu seinem Cache freuen kann.

Nicht vergessen: es ist ein Spiel und ein Spiel soll Spaß machen – für alle Beteiligten!

27 Gedanken zu „Wenn es mal wieder etwas länger dauert: unterstütze uns!

    • Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich via Twitter & Co nicht immer die Zielgruppe erreiche, die ich mir eigentlich wünsche. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich meine geistigen Ergüsse und Meinungen herumsprechen.

      Steter Tropfen höhlt den Stein. 😉

  1. Zitat: „Und am Ende die Frage: warum erwartest Du eigentlich, dass der Cache schnell veröffentlicht wird?“

    Das ist in der Tat die ausschlaggebende Frage. Eigentlich ist es doch völlig egal, ob die Dose jetzt nach 2 Tagen, 2 Wochen, 2 Monaten freigeschalten wird. Die liegt da draussen sicher – oder man hat das falsche Versteck gewählt.

    Diese Eile hab ich noch nie verstanden.

    Vielleicht wegen eines Geburtstages oder ähnlichem Gefallen – wobei ich das für so ziemlich überflüssig halte – Caches sollten für alle gelegt werden, an Orten, wo es sich lohnt, hinzugehen – nicht irgendwo im off, weil Kumpel Meier Hochzeitstag hat.

    Gruß Zappo

  2. Schön geschrieben!

    Bis auf die Passage:

    „Glaube mir: die Freude ist viel größer, wenn der Cache ganz überraschend freigeschaltet wird und nicht 3 Minuten nach dem Einreichen! “

    unterschreibe ich das 🙂

  3. Verlinke doch mal im offiziellen Forum oder kopiere den Beitrag dort rein, könnte mir vorstellen, dass man als Anfänger vielleicht dort mal quer liest.
    Ok ich hoffe es und die Hoffnung stirbt zu letzt.

  4. GC12345 heißt überhaupt nicht „Toller Cache mit schöner Aussicht“.
    GC12345 ist ein Mystery und liegt in den USA. Da haben die deutschen Reviewer doch gar nichts mit zu tun. 😉 SCNR
    Ansonsten wie immer ein klasse Beitrag.

  5. Grunsätzlich kann ich dem meisten nur zustimmen. Allerdings da smit den Abstandkonflikten kommt hier in NRW schon häufiger vor. Da ich keien Mysterys suche, habe ich keine Chance vorab herauszufinden ob dort ein solcher liegt. Im Raum Arnsberg liegen inzwischen soviele Mysterys das ich schon mal 5-6 Anläufe brauche um einen Multi ohne Abtsandskonflikte freigeschaltet zu bekommen. Die Mystery Owner sind nur selten hilfsbereit. Wann der Cache freigeschaltet wird ist mir egal, nur bedeutet es zusätzlichen Arbeit, für mich die Stationen zu verlegen und für den Reviewer die erneute Überprüfung. Es wäre schön wenn man ein Listing vor dem Verstecken einreichen könnte um dann die Stationen gleich regelrecht verstecken zu können.

    • Du kannst gerne ein inaktives Listing mit allen relevanten Wegpunkten anlegen und dann einen Reviewer per Mail bitten, auf mögliche Abstandskonflikte zu prüfen. Link zum Listing bzw. GC-Code in der ail nicht vergessen!

      Diesen Extra-Service aber bitte sparsam nutzen (z.B. bei aufwändigeren Caches wo ein Verlegen schwierig wäre) und vorab selber Trivialkonflikte (Abstand zu Tradis, eigenen Caches, offenen Multistationen in der Nähe, Challenges) abklären.

  6. Schön, dass man hier mal einen etwas tieferen Einblick in die Reviewer-Tätigkeit bekommt. Diesen Beitrag werde ich besonders weiter empfehlen.

    Eine Sache verstehe ich allerdings nach wie vor nicht ganz. Du schreibst: „Zuvorkommen kann Dir auch keiner mehr, denn sobald das Listing angelegt wurde, ist es für uns sichtbar.“

    Heißt das tatsächlich sobald ich das Listing angelegt habe. Oder erst, wenn das Häkchen bei „Submit for Review“ gesetzt ist? Denn es hieß mal, dass man sich einen Wegpunkt für Stage oder Final entsprechend reservieren kann.

  7. Das ist wirklich ein interessanter Artikel zur Reviewer-Tätigkeit – das meiste ist mir zwar bekannt gewesen, aber es gibt schon einige Punkte, die zumindest „in Vergessenheit“ geraten sind!
    Leider wird diese Aufstellung von Grundregeln beim Einreichen von Cachelistings von den meisten „Newbies“ nicht gelesen werden, aber ich werde mal versuchen in meinem Blog einen kleinen Streuungsmechanismus anzuschieben …
    Apropos: Wann wird mein neuer Cache freigeschaltet … 😉 War ’n Witz!!!!!
    Viele Grüße
    Holger

  8. Ihr macht nen tollen Job, aber leider machen euch viele das Leben schwer. Ein schneller Publish muss nicht sein, denn als FTF-Jäger bekommt es dann dank eventuell vorhandener Suchsspuren vom Verstecken oder vom Betatest noch zusätzlich leichter gemacht. Außerdem solange es dauert, dauert es nun mal. Jede Mail unnütze Mail kostet den Reviewern Zeit, die Sie mit anderen Dingen besser nutzen können.

  9. Guter Beitrag. Aber eines würde ich mir wünschen: Einige Reviewer betreiben ihr eigenes Blog. Die guten und wissenswerten Infos finden sich meist dort, die einem helfen, Euere arbeit zu verstehen. Euer zentrales Organ ist aber doch die gc-reviewer.de, die ja auch bei Eueren Revieweraccounts verlinkt ist. Dort würde gerade dieser Beitrag imho wesentlich mehr Sinn machen. Dann würde ihn vielleicht auch irgendwann die Cachergemeinde mitbekommen, die nicht alle Newsfeeds aboniert hat. Am vergangenen Wochenende hatte ich am Stammtisch erst wieder gemerkt, dass da ein paar Cacher waren, die nicht mal wußten, was das grüne Forum ist.

    • In den Reviewer-Blogs spiegelt sich eben die private Meinung eines einzelnen Reviewers wieder, während wir auf gc-reviewer.de nur abgestimmte Informationen veröffentlichen.

      Ich kann nun einmal nicht sicher sein, dass ich mit meinen geistigen Ergüssen hier die Meinung aller Kolleg(inn)en treffe. 😀

      Und natürlich dürfen auch wir alle unterschiedlicher Meinung sein.

  10. Lieber Kollege Stoertebreker,

    das hast du Klasse gemacht. Kann man das auch auf das Profil kopieren?
    Gibst du deine urheberrechtliche Erlaubnis?

    Grüße

    Servatius Sebaldus

  11. Pingback: Cachepodcast #54 « Cachepodcast

  12. Pingback: Cachepodcast #54 | cachepodcast.de

  13. Es gibt wenige Artikel im Netz die mich fesseln, aber hier muss ich mal sagen, es war Interessant, Informativ, auch mit weiterführenden Links..

    Danke Kai für diesen Artikel.

    Ich lese immer mal gerne auf den Blog.. komm schon mal öfter vorbei…. 🙂

    Mir war es vorher auch schon egal ob mein Listing eine oder zwei Wochen brauch.
    Das schnellste Cachelisting dauerte bei mir 3 Stunden das längste bis jetzt 14 Tage.

    Man darf nur eins nicht Vergessen….
    ..unsere Reviewer leben nicht grade von Ihrer Tätigkeit und verdienen soweit ich das weiß auch kein Geld damit…
    … unsere Reviewer „opfern“ ihre Freizeit für dieses Hobby, sie könnten selber, in der Zeit wo sie „unsere“ Listings „begutachten“ ( so mag ich es mal ausdrücken), selber Dosen suchen oder Ihre Freizeit anders Nutzen.

    Auch wenn der Ruf manchen Reviewer vorwegeilt ( nenne keine Namen),gibt es bis dato keinen, der mir gegenüber sich „blöd“ verhalten hat, ganz im Gegenteil, immer nett und freundlich und auch hilfbereit ( wobei auch mal Ideen rüber kommen).

    Daher mag ich mal hier meinen Dank aussprechen an Kai ( stellvertreten für alle Reviewer) für seine/ eure. für fast jeden selbstvertändliche Arbeit.

    Danke für diesen Blog
    BlackDevil68

  14. Ich finde den Atikel auch sehr passend und zur rechten Zeit. Habe auch so einige Erfahrungen als Owner gesammelt und kann bestätigen, daß man manchmal gar nicht so krumm denken kann wie die Welt sich dreht. Gerade bei den vielen neuen Cachern, besonders hier auch bei uns im Raum. Ich sehe das Reviewen auch als einen kritischen Blick auf »das Werk«. Ich lerne bei jedem Cache dazu, eben auch durch Hilfe der Reviewer. Die angesprochenen Punkte wurden mir in einem freundlichen Dialog tw. auch schon erklärt und angeboten.

    Was die Veröffentlichung betrifft übe ich mich in Geduld (wenn’s auch manchmal schwer fällt ;). Manchmal ist es schon ein wenig durcheinander mit der Reihenfolge aber man kann ja mal nachhaken und den Reviewer seines Vertrauens mal anmailen. Meist kommt dann alles in Reihe…

    Danke nochmal an diser Stelle, besonders an Kai, von Kai 😉

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