Änderungen der Geocaching-Guidelines sind unerläßlich

In der vergangenen Woche hat Groundspeak erneut die Guidelines für das Verstecken von Geocaches geändert. Erwartungsgemäß ging kurz darauf ein Aufschrei durch die Reihen. Aber wurde sich dabei auch einmal Gedanken gemacht, warum die Guidelines in letzter Zeit immer öfter geändert werden?

Geocaching ist seit einiger Zeit – das wissen wir alle – zu einem Massenhobby geworden. Die Zahl der Geocacher und der somit auch der Geocaches ist immens in die Höhe geschossen und damit wird das Hobby auch extremer. Dosen im Wald zu suchen, reicht vielen offenbar irgendwann nicht mehr aus, um den „Adrenalin-Kick“ zu bringen, da müssen extremere Ideen her. Also werden stillgelegte Schornsteine, aktive Funkmasten oder regelmäßig befahrene Brücken „bedost“.

Das war vor Jahren sicherlich auch schon so – aber da war die Zahl der Geocacher überschaubar. An solchen Orten wurde eventuell ein Cache nur einmal in der Woche gefunden. Heute geben sich die Geocacher dort die Klinke in die Hand. Also ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Aufmerksamkeit von Anwohnern, Eigentümerin oder Passanten geweckt wird. Diese Menschen können das Geschehen aber nicht deuten und versuchen auf ihrem Weg, dem „auffälligen“ Verhalten Einhalt zu gebieten.

Es kommt, wie es kommen muss. Polizei, Grundstückseigentümer, Anwohner oder sonstige Personen wenden sich an Groundspeak, die Reviewer oder an den Owner direkt und erwarten, dass solche Geocaches verschwinden. Und wenn sich Menschen durch Geocaches gestört fühlen, dann sollten die Geocaches dort verschwinden. Denn: haben sich die Owner solcher Caches einmal Gedanken gemacht, welche Folgen es hat, wenn Geocaches als störend empfunden werden?

Es folgen Verbote für Geocaches in einigen Waldstücken, ja sogar bereits in kompletten Gemeinden. Was könnte danach kommen? Vielleicht sogar ein Geocaching-Verbotsgesetz?

Ich denke, wir wollen alle nicht, dass es soweit kommt, insofern muss dem jetzt durch Änderungen der Guidelines zuvor gekommen werden. Die Änderungen der Guidelines resultieren somit aus dem Verhalten der Geocacher!

Man könnte es auch kürzer formulieren: käme stets beim Verstecken und beim Suchen eines Geocaches der gesunde Menschenverstand zum Einsatz, könnte man die Guidelines sicher massiv kürzen. Leider wird aber die gesunde Menschenverstand viel zu oft zu Hause vergessen – für den ist offenbar in der erweiterten Cacheausrüstung kein Platz mehr.

14 Gedanken zu „Änderungen der Geocaching-Guidelines sind unerläßlich

  1. Du sprichst mir mit den letzten Sätzen (unten zitiert) aus dem Herzen. Einige Änderungen finde ich auch nicht gut bzw. erschwerend, kann sie aber (leider) nachvollziehen, Stichwort: gesunder Menschenverstand.

    „Die Änderungen der Guidelines resultieren somit aus dem Verhalten der Geocacher!
    Man könnte es auch kürzer formulieren: käme stets beim Verstecken und beim Suchen eines Geocaches der gesunde Menschenverstand zum Einsatz, könnte man die Guidelines sicher massiv kürzen. Leider wird aber die gesunde Menschenverstand viel zu oft zu Hause vergessen – für den ist offenbar in der erweiterten Cacheausrüstung kein Platz mehr.“

  2. Wie konnte es soweit kommen? Das hängt sicherlich mit der Verbreitung des Hobbys zusammen, vielleicht aber auch mit der Unsitte Powertrails in einzelne Landstriche zu werfen. Die mag in Amerika mit diesen Endlosstrassen und wenig Einwohner pro Quadratkilometer gehen. Hier in Deutschland kann ich mir vorstellen, dass ein Landbesitzer alle Register zieht sobald er die Masse an Caches auf seinem Grund sieht, als auch den Besucheransturm bemerkt. Sicherlich sind die Teile da werden Sie gesucht, aber vielleicht findet man aus der Reviewergruppe einen besseren Draht nach Seattle um mal zu erklären, dass viele Probleme hausgemacht sind. Sowie die Toleranzschwelle in Deutschland mit seiner Regelwut viel zu gerimg ist, als dass nicht in kürzester Zeit Flächenverbote en Masse ausgesprochen werden.

  3. Nee! Denke nicht, dass das an den Trails liegt. Eher daran, dass jeder der 5 Dosen gefunden hat meint er müsste gleich einen Pipi-Ecken-Tradi legen. Den finden dann auch andere Neo-Cacher, loggen die Dose mit 25 Smileys, der Owner fühlt sich bestätigt und macht weiter. Die, die die Dose gefunden haben denken „Ah, so geht das“ und brauchen auch nicht mehr lange um Ihrem ersten Cache zu legen und beginnen das Listing mit „Das ist mein erster Cache …“ Argh! Gnade! Unser schönes Hobby ist durch die vielen Medien Berichte viel zu populär geworden. Ich finde die Änderung der Guidelines sehr gut!

  4. Das erinnert mich an den § 1 der StVO. Würden den alle befolgen, wäre der allergrößte Teil der darauf folgenden Regelungen unnötig.

    Der „Erfolg“ unseres Hobbies zieht ein „Mehr“ an Regelungen nach sich. Und da ja in Deutschland jeder Pups geregelt ist / wird / werden soll, steht tatsächlich zu befürchten, dass wir hier mehr offiziellen „Gegenwind“ zu befürchten haben. Dann ergeht es uns genau so wie Mountainbikern, Inline-Skatern…

    Schade, aber ich befürchte, dass auch unsere Comunity nicht genug Selbstreinigungskraft hat, um das zu verhindern.

  5. > Und wenn sich Menschen durch Geocaches gestört fühlen, dann sollten
    > die Geocaches dort verschwinden.

    Sei(d) doch so nett und setzt das mindestens so konsequent um wie die Cache Saturation Rule („Abstandsregel“) und archiviert die Spielplatz“caches“.

    Wenn ich nicht mit einer Gruppe gesucht hätte, hätte ich hier ernsthafte Probleme mit rabiaten Eltern bzw. Anwohnern bekommen:

    http://coord.info/GC2049R

    Und hier:

    http://coord.info/GC3FG41

    rannte man uns drohend und fluchend sogar mit dem Besenstiel hinterher.

  6. @radioscout: Konsequent wäre es gewesen dort gar nicht erst zu suchen. Und noch konsequenter wäre es gewesen den Cache auch SBA zu loggen…

  7. Diese ganze Regulierung wäre vllt. nicht so nötig, wenn man eine Art Level-up System erstellt. Als Anfänger (bis vllt. 50 Caches) darf man nur T1 machen bis 125 nur T1 u.2, Level 2 nur bis T3 usw. T4 und T4 können dann eben nur diejenigen machen, die die nötige Erfahrung schon haben.
    Erst ab einer bestimmten Foundzahl dürfen Caches versteckt werden (oder so ähnlich). Soll heißen:
    Wenn scharen zu einem Cache pilgern, muss man einfach die Gruppe verringern, die Zugang zum Listing hat. Problem ist, dass das Listing ganz einfach gefälscht werden kann. Hier ist wohl auch eine Wertung durch die Community nicht schlecht.

    Ich habe nun angefangen Listings bei anderen Plattformen einzustellen, weil ich keine Lust auf zu starke Reglemetierung habe.
    Eine Reglementierung in dieser Hinsicht, wäre aber vielleicht ganz cool und zusätzlicher Ansporn.

  8. Regelwerke sind doch zumeist nur temporäre Schadensbegrenzung. Das „etwas“ im Argen ist, scheint ja wohl konsenz zu sein. Über diie Ursache scheint es ja wohl auch keine zwei Meinungen zu geben – zu viele Geocacher. Jetzt ist Geocaching natürlich etwas tolles und zurecht entdecken viele menschen diese wunderbare Beschäftigung jenseits von Glotze und Computerdadelei zu Hause. Alt und Jung können hier Ihren Spaß haben und das ist gut. Jetzt wird es aber kompliziert, weil eben Geocaching auch nur begrenzt auf diesem Planeten möglich ist. Es kann ja auch nicht jeder Erdenbürger ein Auto haben und besitzen/benutzen. Zum Glück wird die Sache mit dem Auto durch den Faktor Geld massiv reguliert. Warum kann eigentlich jeder Geocacher ohne Geld werden und selbst wenn er ein Premium-Teilnehmer wird, kann er das für läppische ca 25 Euro/anno. Ich wäre für eine Einführung (Regular-Mitglieder) und Erhöhung der Premium-Gebühren. In vielen Ländern Europas gibt es ja nebenbei bemerkt auch schon Autobahngebühren. Möglich das diese „einschneidende“ Maßnahme aus diesem Massenansturm die Luft raus nimmt.
    Ende der Theorie – jetzt darf gestritten werden !

  9. @Wendlander Und was haben die bereits vorhandenen NA-Logs genutzt? Nichts, es wurde sogar bestätigt, daß Spielplätze nicht explizit in den Guidelines erwähnt werden und der „Cache“ deshalb da bleiben kann.

  10. Ahoi!

    Zu der Spielplatz-Problematik haben wir doch bereits Stellung genommen:

    http://www.gc-reviewer.de/geocaches-auf-spielplaetzen/

    Es gibt sowohl nachvollziehbare Argumente für und gegen Caches auf / an Spielplätzen. Aber die Reviewer(innen) weisen auf die Problematik hin und nach meiner Erfahrung, entscheiden sich die Owner(innen) dann GEGEN das Verstecken auf Spielplätzen!

  11. Pingback: Dann musst Du tun, was Du tun musst! | StoerteBrekers Reviewer-Blog

  12. Gut, einen extremen Cache hatten wir noch nicht gesucht. Aber kürzlich sind wir an einer Autobahnbrücke seitlich hochgekrabbelt, um einen Cache zu suchen. Der fand sich dann auch oben, direkt neben der Leitplanke. Als ich dort mit meiner Frau stand, kam mir so der Gedanke: „Hoffentlich wird jetzt nicht ein Autofahrer nervös und denkt, wir wollen auf die Straße laufen.“
    Vielleicht kommen manchmal so Meldungen im Radio zustande „Achtung, Fußgänger auf der Autobahn“.
    Eigentlich fand ich das Versteck des Caches gelungen, aber ob das jeder (unbeteiligte) auch so sieht ?
    Ich bin kein Freund von übermäßigen Reglementierungen, aber mitunter geht es wohl nicht anders.

    Gruß Sönke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*